Lesen in den Bildern der Steinzeit
Das Beispiel Altamira
Gerald Haschka
Haag + Herchen 2000 ISBN 3-86137-918-X
Gerald Haschka, geboren in Tschechien, seit 1990 ansässig in Spanien
Seit man prähistorische Bildwerke kennt,
wurden sie falsch oder gar nicht verstanden.
Die Ursache dafür liegt nicht bei den alten Bildwerken in der
Vergangenheit sondern sie beruht auf Mängeln der Gegenwartskultur.
Es bestehen Blockaden gegen die Urkultur.
In vieler Hinsicht ahnungslos überschätzt die Gegenwartskultur
ihre Eigenständigkeit und negiert ihre Abstammung aus der Frühzeit.
Die Entstehung der großen Weltreligionen sowie ihrer Schriften
und der Schrift überhaupt lösten den Prozess der Entfremdung
zur Urkultur aus. Mit dieser Entwicklung kam es obendrein zu den
von religiösen Verblendungen motivierten Kriegen.
Die Intoleranz der Religionen gegenüber ihresgleichen bedroht seitdem
die gesamte Zivilisation. Die Religionen leiten ihre "Heilslehren"
jeweils nur für sich von einer überirdischen Instanz ab und halten
den Rest der Welt für missionsbedürftig. Materielle Relikte der Urkultur
wurden unter anderem als Teufelswerk diffamiert.
Trümmer der ideellen Relikte haben in völlig verdrehten Auslegungen
Anteil am modernen Weltbild.
Aus den Religionen entwickelten sich die Wissenschaften.
Zu deren Prinzipien gehört die Rationalität.
In dieser Hinsicht befinden sich die Wissenschaften nicht weit
von den Religionen mit ihrer überirdischen Instanz entfernt.
Religiöse oder wissenschaftliche Lehren sind aber keinesfalls
Erzeugnisse eines übergeordneten Weltgeistes sondern ausschließlich
menschliche Machwerke. Während bei den Religionen neben ihren heiligen
Schriften auch das rituelle Handeln eine Rolle spielt, sind
Wissenschaften durchweg ihren Texten ausgeliefert.
Nur das zählt, was in den Kreislauf des Geschriebenen integriert ist
oder integrierbar erscheint. Die Bildwerke
der Urkultur erweisen sich als unvereinbar mit dem aktuellen
Begriffsrepertoire. Inhaltlichen Definitionen im herkömmlichen
Sinne entziehen sie sich. Sie bilden
sogar einen Gegenpol zur wissenschaftlichen Produktion.
Die Wissenschaft analysiert und detailliert.
In den Uraufzeichnungen wird verwoben und komprimiert.
Das alles sind bereits schlechte Voraussetzungen,
der Urkultur auf die Spur zu kommen, aber am meisten behindert
der gegenwärtig unzureichend entwickelte Sinn für Realität den Zugang.
Sachgerechte Auseinandersetzungen mit prähistorischen Phänomen haben
nur minimale publizistische Chancen und Erfolge im Gegensatz zu
Illusionen, Fantastereien, und haarstäubenden Fehlinterpretationen.
In dem Buch "Lesen in den Bildern der Steinzeit" wird als Beispiel
für ein prähistorisches Bildwerk das 12 000 Jahre alte Gemälde
aus der Höhle von Altamira entschlüsselt.
Das Buch versteht sich nicht als Darbietung einer neuen These sondern
als ein Stück Arbeit an der Aufgabe, die verlorenen Kenntnisse
über das Urprinzip
der Aufzeichnung von Information zurückzugewinnen.
Erst dann, wenn die gemeinsame Herkunft der Kulturen klargestellt ist,
und die Irrtümer der Schriftgelehrten über die Zeiten
vor der Schrift bereinigt sind, kann man denen, die sich in
missionorischen und messianischen Extremismus verrannt haben, die Stirn bieten.
kann dem Chaotentum in der Zivilisation die Stirn geboten werden.
Ansonsten fehlen die entscheidenden Argumente gegen ihren bedrohlichen
Wahnsinn.
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